Aussaatkarten sind Applikationskarten, die unterschiedliche Saatgutstärken entsprechend der lokalen Variabilität auf dem Acker zeigen. Aussaatkarten werden über ein Geoinformationssystem (GIS) erstellt und können dann über ein Speichermedium oder ein Telemetrie System im Terminal des Traktors hochgeladen werden. So können Traktor und Sämaschine die geplante Saatstärke in jeder Teilfläche applizieren.
Die Aussaat als der wesentliche Prozess ist von einer entscheidenden Bedeutung für die Folgefrucht. Eine gute Bestandesetablierung (Feldaufgang) sichert die Konkurrenzfähigkeit der Kultur. Eine teilflächenspezifische Anpassung der Saatstärke über Applikationskarten ist mittlerweile Stand der Technik und bietet die Chance eine an der Produktionsfunktion der Teilfläche ausgerichtete Saatstärke auszubringen. Die unterschiedlichen Bestandesdichten bilden dann die Basis für weitere teilflächenspezifisch angepasste Intensitäten (Düngung oder Pflanzenschutz und Beregnung). Die Aussaatkarten sind die Basis für eine angepasste Bewirtschaftung und damit geleichmäßige Abreife der Bestände. Die Erstellung von Aussaatkarten (nach Abbildung 4) hat bei verschiedenen Institutionen und in eigenen Erhebungen zu unterschiedlichen Einsparpotentialen beim Saatgut geführt. Je nach gewählter Variationsbreite bei der Aussaatstärke können Saatguteinsparungen von 10 bis 30 % erzielt werden [1] [2] [3] [4].
Michael Wagner, B.Sc., Technische Zentralstelle Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück (TZ DLR-RNH)