Erforderlicher Wissensstand: Basiswissen
Biodiversitätsmonitoring in der Landwirtschaft wird aktuell viel diskutiert, weil biologische Vielfalt entscheidend für produktive und widerstandsfähige Agrarsysteme ist. Gleichzeitig ist es schwierig, Biodiversität genau zu messen und über Honorierung einen Anreiz für nachhaltige Praktiken zu schaffen. [1]
Die Sensortechnologie von eVolito™ ermöglicht die Erfassung von Fluginsektenpopulationen, z. B. vor und nach Umsetzen einer landwirtschaftlichen Maßnahme oder den Vergleich verschiedener Standorte. Dabei betont eVolito, dass nur durch langfristiges Monitoring der Insektenaktivität zuverlässige Aussagen getroffen werden können. [2]
Laut Hersteller lassen sich nachhaltige Praktiken mit den Sensoren bestätigen, Risiken in der Lieferkette verringern und eindeutige Belege liefern, um den Ruf eines Betriebs oder einer Marke zu stärken. [3]
Im Rahmen eines Forschungsprojektes wurden die Sensoren am Betrieb Gut&Bösel eingesetzt, um die Einsatzmöglichkeiten für Wissenschaft und Praxis zu beurteilen. Die solarbetriebenen Stationen von eVolito (vgl. Abbildung 1) wurden auf relevanten Flächen platziert. Sie erkennen fliegende Insekten in zwei kugelförmigen Messbereichen um den Sensor herum (ca. 1 m Durchmesser) anhand ihrer Störung des natürlichen elektrischen Feldes zwischen Himmel und Erde. Die Daten (Insekten-Aktivität, -Biomasse, -Diversität, Lufttemperatur) werden automatisch erfasst und in einem Dashboard in nahezu Echtzeit dargestellt. Für weitergehende Fragestellungen können die Rohdaten exportiert und statistisch ausgewertet werden.
Die Stationen ermöglichen ein durchgängiges, hochaufgelöstes, standortbezogenes Monitoring von Fluginsekten. Der Einsatz kann die Datengrundlage für die Bewertung von Maßnahmen (bspw. zur Biodiversitätsförderung) verbessern und den manuellen Erfassungsaufwand reduzieren.
Tiefere Analysen können jedoch die manuelle Auswertung der Rohdaten verlangen. Bisher wurden die eVolito-Sensoren nur in kleinem Umfang mit konventionellen Fallen (sog. Malaise-Fallen) verglichen und lediglich teilweise validiert, sodass ihre zuverlässige Vergleichbarkeit noch nicht abschließend nachgewiesen ist. [4] Außerdem scheinen die Sensoren anfällig für Störungen durch andere elektrische Felder in der Umgebung (Hochspannungsoberleitung, elektrischer Weidezaun, Wetterstation).
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Über das Kontaktformular auf eVolitos Homepage [5] (vgl. Abbildung 2) kann ein Termin für eine Beratung angefragt werden. Anschließend wird das Monitoring auf potentiellen Flächen zusammen mit eVolito geplant. Die Stationen werden gemietet mit einer Laufzeit von mindestens zwei Jahren. Es gibt verschiedene Produktpakete, die alle einen Dashboard-Zugang mit Dateneinblicken, Jahresbericht mit grundlegenden Dateneinblicken und -auswertungen und den regelmäßigen Austausch mit dem Team von eVolito bieten. (Stand: 2024) Nach Vertragsschluss werden die Stationen verschickt. |
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Der Zusammenbau der Sensorstationen gestaltet sich sehr einfach, da es sich lediglich um Steck- und Schraubmechanismen handelt, über die der Dreibein-Standfuß, die sensorische Einheit und die Antenne und miteinander verbunden werden (vgl. Abbildung 3). Drei Metallheringen bieten die Möglichkeit, die Station im Boden zu verankern. Beim Aufstellen der Sensorstationen auf Weidefläche sollten sie durch einen zusätzlichen Zaun von den beweidenden Tieren geschützt werden (nicht elektrisch wegen Interferenzgefahr). |
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Um die Station zu initialisieren, wird die Station mit einem Knopfdruck eingeschaltet und mit der dazugehörigen Webanwendung initialisiert. Dafür wird der QR-Code auf der Station mit der Handykamera gescannt. Nach Abschluss dieses Prozesses ist das Gerät registriert und initialisiert. (Stand 2024) (vgl. Abbildung 4) Neuere Modelle funktionieren nach Erfahrung des Projektteams bereits ohne Initialisieren, sie werden lediglich eingeschaltet. |
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Das Aufnehmen und Senden der Daten funktioniert automatisch. Die Sensorstationen nehmen neben der Lufttemperatur die Anzahl, Biomasse, Biodiversität und Aktivität der Fluginsekten auf. Die Daten werden in nahezu Echtzeit im Dashboard, das eVolito in seinem Online-Portal zur Verfügung stellt, angezeigt. |
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| Wenn Bearbeitungsgänge auf dem Feld anstehen, auf dem die Messstationen platziert sind, müssen die Sensoren umfahren oder zeitweise entfernt werden. Falls die Stationen kurz entfernt werden, kann dieses Ereignis im Dashboard als Messpause dokumentiert werden, um es für die Datenauswertung zu berücksichtigen (vgl. Abbildung 6). |
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Die erhobenen Daten können jederzeit im Dashboard von eVolito angesehen werden. Neben der Insekten-Biomasse (vgl. Abbildung 7) werden die stündliche Insektenanzahl, die tageszeitliche Aktivität (zu welcher Tageszeit wurden durchschnittlich wie viele Fluginsekten gezählt?) und die wöchentliche Biodiversität (Biodiversitätsindex) angezeigt. Zum Biodiversitätsindex gibt eVolito an, dass sowohl die Anzahl der vorhandenen Arten als auch die Gleichmäßigkeit der Artenverteilung berücksichtigt werde. [6] Die interaktiven Darstellungen der erfassten Parameter ermögliche einen soliden Einblick in die Fluginsektenpopulationen an verschiedenen Standorten. |
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Für weitergehende wissenschaftliche und statistische Analyse, wie beispielsweise die Bestimmung von Extremwerten, Summen oder Durchschnitten, können die Rohdaten als CSV-Dateien direkt vom eVolito-Dashboard heruntergeladen werden. In den Dateien enthalten sind die stündlichen Zähldaten und Lufttemperatur sowie die wöchentlichen Biomassesummen und Biodiversitätsindex-Werte. Im Forschungsprojekt bei Gut&Bösel war beispielsweise die absolute bzw. relative Anzahl an Fluginsekten an den verschiedenen Standorten von Interesse (vgl. Abbildung 8). |
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| Verbesserte Rechtssicherheit: |
kein Zusatznutzen |
| Entbürokratisierung: |
kein Zusatznutzen |
| Beitrag zur digitalen Transformation: |
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| Vereinfachtes Datenmanagement: |
🚜🚜 |
| Einsparung Betriebsmittel/Behandlungskosten: |
kein Zusatznutzen |
| Einsparung Arbeitszeit: |
kein Zusatznutzen |
| Bessere betriebliche Planungssicherheit: |
kein Zusatznutzen |
| Mehrertrag/ höhere Leistung: | kein Zusatznutzen |
| Entscheidungs-Unterstützung: |
🚜🚜 |
| Steigerung Ressourceneffizienz: |
kein Zusatznutzen |
| Geringere Bodenverdichtung /Positive Wirkung auf das Tierwohl: |
kein Zusatznutzen |
| Steigerung Biodiversität: |
🚜🚜 |
| Emissionsminderung: |
kein Zusatznutzen |
| Erhöhung Attraktivität des Arbeitsplatzes: |
🚜 |
| Arbeitserleichterung: |
kein Zusatznutzen |
| Beitrag zur Entwicklung des ländlichen Raumes: |
nicht bewertbar |
| Verbesserung Arbeitssicherheit: |
kein Zusatznutzen |
| Verbessertes Image: |
🚜🚜🚜 |
Produktionsbereich:
Produktionsrichtung:
Arbeitsbereich:
Einsatzhäufigkeit:
Übertragbarkeit:
Anschaffungskosten (Richtwerte):
Laufende Kosten:
Testumgebung:
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| Institution: Finck Stiftung gGmbH | Institut: - |
| Autoren: Clemens Bodt | Kontakt: clemens@gutundboesel.org |