Erforderlicher Wissensstand: Basiswissen
Digitales Monitoring in der Tierhaltung soll zur frühzeitigen Erkennung von Krankheiten beitragen und einen Leistungsrückgang verhindern [1]. Eines dieser digitalen Monitoringverfahren stellen sog. Pansenboli dar, die von verschiedenen Herstellern angeboten werden, u. a. von smaXtec. Die Technik ist minimal-invasiv, liefert durchgängig Daten und lässt sich von überall bedienen. Sie wurde für den Einsatz in Milchkühen entwickelt [2]. Im Praxistest von DaVaSus wurde die Technik in einer Mutterkuhherde zum Überwachen der Tiergesundheit, des Tierverhaltens und der Brunst am Hof von Gut&Bösel getestet.
Die sogenannte Basisstation, die normalerweise stationär im Stall angebracht wird, muss für den Einsatz in der Mutterkuhherde zu einer bewegbaren Station umgebaut werden (Abb. 1), da sie sich stets in der Nähe der Tiere befinden sollte, um die Daten der Boli zu empfangen. Den entsprechenden Tieren wird ein Pansenbolus eingegeben.
Das smaXtec-System sendet regelmäßig Meldungen zu Aktivitätsänderungen und dem Gesundheitsstatus der Tiere mit Bolus.
In der Mutterkuhhaltung wurden die Abkalbungswarnungen als nützlich empfunden, da der Herdenmanager in Echtzeit informiert wurde und, wenn nötig, bei Geburten oder Nachsorge schnell assistieren konnte. Die Brunsterkennung und die Abkalbungsvorhersage war für den Großteil der Mutterkühe relativ genau.
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Um die Basisstation, die die Daten von den Boli vollautomatisch in die smaXtec-Cloud weiterleitet, bewegbar zu machen, wird sie zusammen mit der Antenne an einen Anhänger geschraubt. Auf den Anhänger muss zusätzlich eine Autobatterie (12 V, 70 Ah) angebracht werden, die die Station mit Strom versorgt, und ein Solarpaneel (140 W), das die Batterie lädt. Ein eingesetzter Solarregler, den smaXtec für den Betrieb des Systems mit Solarenergie anbietet, steuert das Laden der Batterie. Das Paneel sollte schräg angebracht werden, damit kein Dreck und im Winter kein Schnee darauf liegen bleibt. Außerdem sollte ein Federmechanismus installiert werden, um Stöße beim Transport des Anhängers abzufangen und das Paneel so zu schützen. Der Anhänger kann so einfach mit einem Fahrzeug zur gewünschten Stelle in der Nähe der Herde gebracht werden. |
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Für die Eingabe der Boli sind die Anweisungen des Herstellers, hier smaXtec [3], zu beachten. Die entsprechenden Tiere müssen für die Boluseingabe fixiert werden. Hierfür ist in der Mutterkuhhaltung ein Fangstand notwendig. Dann wird der Bolus von einem Tierarzt oder einer Tierärztin eingegeben. Anschließend wird sichergestellt, dass das Tier den Bolus tatsächlich geschluckt hat und ihn nicht wieder hochwürgt. |
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Die Boli zeichnen ab Eingabe und Aktivierung kontinuierlich Daten auf. Über eine Webanwendung können Landwirt:innen jederzeit auf aktuelle Informationen zur Herde und zu einzelnen Tieren zugreifen. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Gesundheits- und Verhaltensdaten wie innere Körpertemperatur, Wiederkäuaktivität, Aktivität oder Wasseraufnahme. Die Software stellt diese Daten nicht nur dar, sondern analysiert sie automatisiert mithilfe von Algorithmen, um Abweichungen vom individuellen Normalverhalten eines Tieres frühzeitig zu erkennen. |
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Auffälligkeiten im Tierverhalten können als Warnmeldungen in Form von Push-Nachricht über die smaXtec-App auf das Smartphone des Herdenmanagers gesendet werden. Dadurch soll eine frühzeitige Erkennung von Hitzestress, Erkrankungen, Brunst oder bevorstehenden Abkalbungen ermöglicht werden. |
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Damit Abkalbungsalarme zuverlässig funktionieren, müssen relevante Daten zur Trächtigkeit der Mutterkühe manuell ins Dashboard eingetragen werden. Wird in der Mutterkuhhaltung Natursprung ohne Trächtigkeitsuntersuchung durchgeführt, müssen das Besamungsdatum und die Trächtigkeit auf Basis der letzten dokumentierten Brunst geschätzt werden. Nachdem die Trächtigkeit digital verzeichnet wurde, errechnet das smaXtec-System einen Termin für die Abkalbung, achtet vor allem im Zeitfenster der Abkalbung auf Auffälligkeiten und sendet u. a. Abkalbealarme. |
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Wenn die Herde weiterzieht bzw. in eine nächste Parzelle getrieben wird, muss die mobile Basisstation regelmäßig hinterhergefahren werden. Die Boli sind in der Lage, ihre Daten aus maximal ca. 300 m Entfernung an die Basisstation zu senden [4]. Sollte die Station einmal die Daten von einem Bolus nicht sofort erhalten, bleiben diese bis zu 6 Tage gespeichert [5]. In der smaXtec-Anwendung kann zu jedem Zeitpunkt gesehen werden, welche Boli wann zuletzt Daten gesendet haben, was helfen kann den Zeitpunkt zu finden, an dem die Station spätestens hinterhergezogen werden sollte, damit die Daten lückenlos sind. |
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Alle Daten werden in einem digitalen Dashboard zusammengeführt und in Form von Verlaufskurven und Tierübersichten visualisiert. Das Dashboard dient somit nicht nur der reinen Datensammlung, sondern unterstützt auch betriebliche Entscheidungen und das Herdenmanagement im Arbeitsalltag. Für die praktische Anwendung ist vor allem die kontinuierliche Datenerfassung relevant, da Veränderungen über längere Zeiträume sichtbar gemacht werden können. Nach Angaben von smaXtec kann die Software zudem mit weiteren Herdenmanagementsystemen verknüpft werden, sodass die Sensordaten in bestehende digitale Betriebsabläufe integriert werden können [6]. |
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Die Rohdaten können für weiterführende wissenschaftliche Analysen als CSV-Datei exportiert werden. Die fortlaufenden Daten können aber auch in Echtzeit über ein API abgerufen werden. Mit den Rohdaten lassen sich bei Bedarf weitergehende Analysen durchführen. Im Praxistest wurden damit beispielsweise ausgewählte Warnmeldungen über einen Zeitraum von zwei Jahren dargestellt. Diese Darstellung lässt sich mit der smaXtec-Anwendung nicht umsetzen. |
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| Verbesserte Rechtssicherheit: |
kein Zusatznutzen |
| Entbürokratisierung: |
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| Beitrag zur digitalen Transformation: |
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| Vereinfachtes Datenmanagement: |
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| Einsparung Behandlungskosten: |
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| Einsparung Arbeitszeit: |
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| Bessere betriebliche Planungssicherheit: |
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| Mehrertrag/ höhere Leistung: |
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| Entscheidungs-Unterstützung: |
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| Steigerung Ressourceneffizienz: |
kein Zusatznutzen |
| Positive Wirkung auf das Tierwohl: |
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| Steigerung Biodiversität: |
nicht bewertbar |
| Emissionsminderung: |
kein Zusatznutzen |
| Erhöhung Attraktivität des Arbeitsplatzes: |
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| Arbeitserleichterung: |
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| Beitrag zur Entwicklung des ländlichen Raumes: |
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| Verbesserung Arbeitssicherheit: |
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| Verbessertes Image: |
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Produktionsbereich:
Produktionsrichtung:
Arbeitsbereich:
Einsatzhäufigkeit:
Übertragbarkeit:
Anschaffungskosten (Richtwerte):
Laufende Kosten:
Testumgebung:
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| Institution: Finck Stiftung gGmbH | |
| Autor: Clemens Bodt | Kontakt: clemens@gutundboesel.org |