Eine Kamera ist ein Gerät, das Licht einfängt und auf einem Aufnahmemedium (Film oder digitaler Sensor) ein zweidimensionales Bild erzeugt. In der Landwirtschaft dient sie zunehmend als Werkzeug zur Dokumentation, Analyse und Automatisierung [1].
Das Funktionsprinzip einer Kamera beruht darauf, dass Licht durch ein Objektiv gebündelt und auf einer lichtempfindlichen Fläche (z. B. Film, CMOS- oder CCD-Sensor) abgebildet wird. Wesentliche technische Aspekte sind Brennweite und Blende des Objektivs (bestimmen Bildwinkel und Schärfentiefe), die Belichtungssteuerung (Verschluss/Integrationszeit) sowie die Sensorcharakteristika (räumliche Auflösung, radiometrische Auflösung, spektrale Empfindlichkeit). Für landwirtschaftliche Anwendungen sind zusätzlich wichtig: die spektralen Bänder (z. B. sichtbares Licht RGB, nahes Infrarot NIR, thermische Bänder), Kalibrierung (radiometrisch und geometrisch) sowie Georeferenzierung (GNSS/RTK). Nur so lassen sich zeitliche Vergleiche, Karten und quantitative Auswertungen verlässlich durchführen. Moderne Kameras sind Bestandteil zahlreicher Systeme: von Handkameras über Drohnen (UAV) bis hin zu in Landmaschinen integrierten Bildsystemen. Sie unterstützen Landwirtinnen und Landwirte dabei, Flächen zu überwachen, Pflanzenzustände zu bewerten und Arbeitsprozesse zu dokumentieren [1] [2] [3].
Dokumentation: Fotos/Videos mit Zeitstempel und Georeferenz für Schadensnachweise, Förderanträge und Betriebsdokumentation.
Vegetationsüberwachung: Multispektrale Indizes (z. B. NDVI) zur Erkennung von Vitalitätsveränderungen, Stress oder Nährstoffmangel.
Precision Weeding / Unkrauterkennung: Kameras + KI erkennen Kulturpflanzen vs. Unkraut für mechanische oder gezielte Bekämpfung.
Maschinenassistenz: Spurführung, Hinderniserkennung, Überwachung von Vorsätzen — viele an Mähdreschern angebrachte Kameras dienen der Vorsatz-/Betriebsüberwachung und der Loss-/Blockadeerkennung, nicht primär der Ertragskartierung. Ertragskartierung erfolgt überwiegend über Erntesensorik (Durchfluss, Masse, Feuchte) kombiniert mit GNSS; Kameras können ergänzende visuelle Informationen liefern.
Tierüberwachung: Stallkameras zur Verhaltens- und Gesundheitsüberwachung, Geburtsbeobachtung oder Fütterungsüberwachung.
Bewässerungsmanagement: Thermalkameras zur Lokalisierung von Wasserstress und zur Optimierung der Bewässerung.
Kalibrierung & Metadaten: Radiometrische Kalibrierung, geometrische Korrekturen und exakte Metadaten (Zeit, Höhe, Sensor-Parameter, GNSS) sind für valide Vergleiche unerlässlich.
GSD & Einsatzplanung: Die Ground Sampling Distance (auflösungsabhängige Pixelgröße am Boden) entscheidet, welche Objekte detektierbar sind — Planung von Flughöhe/Abständen wichtig.
Datenverarbeitung:Orthomosaike, atmosphärische Korrektur, Indizes und ML-Workflows sind häufig erforderlich.
Rechtliches: Datenschutz (Aufnahmen von Personen), Luftfahrtregeln (bei Drohnen) und Tierwohlvorgaben beachten.